Hallo zusammen,
zum Jahresende möchte ich mich bei allen Kundinnen und Kunden bedanken für die gute und andauernde Zusammenarbeit auch in diesem Jahr! Ich freue mich, dass ich meinen Teil in alten und neuen Projekten beitragen konnte und dass die nächsten bereits vor der Tür stehen. Ich bin sehr glücklich über meine berufliche Situation und dankbar für die Freiheit, dadurch mein Leben so gestalten zu können, wie ich es möchte.
Ich möchte die Gelegenheit zum Jahresende auch nutzen, um etwas zurückzugeben an Aktionen und Organisationen, deren Arbeit ich für sehr wertvoll und unterstützenswert halte – dazu am Ende mehr. Zunächst möchte ich noch einen kleinen Appell an uns alle richten.
Noch nie hatte ich das Gefühl in meinem Leben, dass die gesellschaftliche und globale Situation so angespannt und gefährdet ist wie jetzt. Es gibt so viele Baustellen, über die man sprechen könnte – und vieles hängt auch zusammen. Fokussieren möchte ich mich aber heute auf den hierzulande erstarkenden Rechtsextremismus, denn er betrifft uns direkt und wir können etwas daran ändern.
Wir erleben gerade live, wie sich die Geschichte wiederholt. Mit der AfD haben wir eine existenzielle Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Mit der Gründung der Bundesrepublik hatte man sich fest vorgenommen, dass die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus sich nie wiederholen darf. Die Werkzeuge dazu sind Teil unserer Verfassung. Die Zeit, zu handeln und aktiv Flagge zu bekennen für die Demokratie, für grundlegende Menschenrechte und gegen Hetze, Ausgrenzung und Hass ist spätestens JETZT gekommen.
Es kann nicht sein, dass Menschen ausgegrenzt, unterdrückt, verfolgt oder vertrieben werden aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder sonstigen Punkten. Wir müssen akzeptieren, dass nicht jeder gleich ist und müssen ermöglich, dass alle ihr Leben frei gestalten können, solange damit niemandem geschadet wird. Wer das nicht versteht, dem empfehle ich die ersten Artikel unseres Grundgesetzes.
Ich bin davon überzeugt, dass der deutlich überwiegende Teil der Menschen meine Position hierzu grundsätzlich teilt. Die scheinbar große Zustimmung zur AfD ist Ergebnis verschlafener Politik, demokratiemüder Menschen und ein Erfolg der rechtsextremen, finanziell gepushten Medienarbeit in Zusammenspiel mit den sozialen Netzwerken und ihren Wirkweisen – sie ist nicht das Ergebnis politisch sinnvoller Inhalte der AfD.
Beim Blick in die USA können wir gerade mit Schrecken feststellen, wohin eine totalitäre und gewaltbereite Regierung in kurzer Zeit führen kann. Mit falschen Versprechen eines besseren Lebens wurden die „einfachen Leute“ angelockt und bekommen haben sie einen Staat, der wahllos Menschen von der Straße verschwinden lässt, in dem die Preise steigen und sich Macht und Geld weiter konzentrieren. Gerade wir als Deutsche mit unserer Geschichte sollten da jetzt hellwach sein und alles tun, um dieses sich auch hier abzeichnende Szenario zu verhindern.
Die AfD hat letztlich keine Lösungen für die kleinen, besorgten Bürger. Sie nutzt die Menschen aus und existiert und funktioniert nur durch Ausgrenzung, Desinformation und „die anderen sind schuld“. Es sind die originalen Muster des Faschismus und es wird daraus nicht mal mehr ein Geheimnis gemacht.
Wir dürfen nicht nochmal den Fehler machen, einfach stillschweigend alles hinzunehmen und zu denken „Wird schon“ oder sich in den Kleinigkeiten des Alltags zu verlieren, während unsere Gesellschaft und Demokratie zerstört werden. Wir müssen alle Stellung beziehen und Haltung zeigen. Sonst ist es bald wieder zu spät.
Ich möchte eine Äußerung des Bundeskanzlers zu den Demonstrationen gegen die AfD-Jugend in Gießen aufgreifen, bei denen ich auch vor Ort war: Es ist eben KEIN Kampf zwischen „ganz links und ganz rechts“. Es ist der Kampf von uns allen gegen eine kleine Gruppe am rechten Rand. Es ist auch keine Frage von Parteizugehörigkeit oder gesellschaftlicher Position. Wer etwas von den Regen der Gründungsveranstaltung mitbekommen hat, weiß ganz sicher, die gefährlichen Leute waren nicht die auf den Straßen. Wir müssen jetzt aktiv zusammenstehen und Antifaschismus wieder normalisieren.
Ich möchte daher an uns alle appellieren, auch gerade an die ruhigen, beobachtenden, abwartenden Mitmenschen: Lasst uns jetzt aktiv und dauerhaft Haltung zeigen für eine pluralistische, weltoffene und soziale Gesellschaft, in der wir alle zusammen friedlich und gut leben können.
Irgendwie müssen wir das Ruder rumreißen. Ein klarer Teil der Lösung ist die Prüfung eines AfD-Parteiverbots; ein Vorhaben, das zur Zeit maßgeblich von der CDU blockiert wird. Hier sehe ich große Hoffnung in den PRÜF-Demos, die aktuell im ganzen Land starten und auf die ich euch aufmerksam machen möchte.
Ein anderer Teil ist Aufklärungsarbeit und Aktivismus, um in der breiten Gesellschaft ein Bewusstsein für die Bedrohungen und die falschen Versprechen des Rechtsextremismus zu schaffen.
Wie eingangs angekündigt, möchte ich einen kleinen Teil meines Jahreserfolges zurückgeben und habe daher je etwa 1% meines Jahresumsatzes an "Kein Bock auf Nazis" und die "Aktion Deutschland Hilft" für Nothilfe in der Ukraine gespendet.
"Kein Bock auf Nazis" ist ein parteiunabhängiges und spendenfinanziertes Netzwerk, das Aufklärungsarbeit leistet und unter anderem da präsent ist, wo junge Menschen zu erreichen sind: Auf Konzerten, Festivals, Jugendzentren, auf Demos und so weiter.
Die "Aktion Deutschland Hilft" ist ein Bündnis verschiedener Hilfsorganisationen, das rund um die Welt aktiv ist, um Menschen in Not zu unterstützen. In der Ukraine sind seit fast vier Jahren dauerhaft Hilfsorganisationen unterwegs, um das Leid der Bevölkerung durch den russischen Angriffskrieg zu lindern. Auch dazu möchte ich etwas beitragen.
In diesem Sinne nochmals danke für jegliche Zusammenarbeit in diesem Jahr und für eure Aufmerksamkeit. Vielleicht habt ihr jetzt in der Weihnachtszeit auch noch den ein oder andere Euro übrig, um eine gute Sache vor Ort, in Deutschland oder anderswo zu unterstützen!